Sparkasse Hainburg Privatstiftung beschließt Sonderuntersuchung zu KR HUBER

(Zum Prolog zur Serie) In einer Zusammenkunft des Vorstandes der Sparkasse Hainburg Privatstiftung am 10.11.2009 wurde in Anbetracht der Feststellungen zur Finanzgebarung des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Privatstiftung und Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Sparkasse Hainburg Privatstiftung GmbH, KR Karl HUBER, ein bedeutender Beschluß gefaßt. Wie der Rechtsvertreter der Stiftung, Mag. Peter MELICHAREK mitteilt, ist eine Sonderuntersuchung beschlossen worden, die den gesamten Zeitraum der Finanzgebarung umfasst, während der Karl HUBER als leitendes Organ der Vermögensverwaltung Sparkasse Hainburg Privatstiftung GmbH tätig war. Es ist anzunehmen, daß mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit diese Untersuchung durch den Sparkassenprüfungsverband vorgenommen wird. Dies bedeutet, daß die Stiftung als Auftraggeber der Prüfung auftritt, die Kosten dafür zu tragen hat, aber im Gegenzug auch alle entsprechenden Ergebnisse wie auch Unterlagen in ihrem Besitz gelangen. Somit wird es nicht möglich sein, daß innerhalb des Sparkassenverbandes Feststellungen und ggf. bedeutende Ergebnisse “schubladiert” und vertuscht werden können, wie es zuvor bereits laut bankinternen Unterlagen und Quellen der Fall war. Wir erinnern an dieser Stelle, daß HUBER selbst im Verwaltungsrat des Sparkassenprüfungsverbandes etabliert war!

Faksimile aus dem vertraulichen Bericht an den Vorstand des Sparkassenprüfungsverbandes vom 21.2.2000. HUBER war selbst im Verwaltungsrat des Kontrollgremiums

Faksimile aus dem vertraulichen Bericht an den Vorstand des Sparkassenprüfungsverbandes vom 21.2.2000. HUBER war selbst im Verwaltungsrat des Kontrollgremiums

Im Zuge unserer Analyse der internen Bankdokumente trafen wir auf den Nachweis (siehe Reportage), daß die nunmehrige Ehefrau von HUBER, Frau Diliana NEYKOFF, bereits am 6.9.2002 ihrem späteren Gatten eine Einzelverfügungsermächtigung für das Netbanking zum Konto der Stiftung einrichtete. HUBER hätte aber ohne einen zweiten Verantwortlichen laut Stiftungserklärung (und ausgewiesen im Firmenbuch) alleine gar keine Finanztransaktionen vornehmen dürfen. Dies war ein Rechtsbruch. Der Sparkassenprüfungsverband stellte für das Jahr 2007 alleine eine Schadenssumme von über 11.000.- Euro fest (siehe Bericht). HUBER gestand dann im Zuge des Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft Korneuburg ein, die Veruntreuungen auch in den vorangegangenen Jahren begangen zu haben. HUBER durfte laut seiner Aussage vor dem Landeskriminalamt NÖ die Schadenssumme mit 30.000.- Euro selbst festlegen.

Das bankinterne Log-Protokoll bescheinigt, daß die nunmehrige Leiterin der Sparkasse Kittsee am 6.9.2002 um 13:20 Uhr ihrem damaligen Chef und Intim-Freund KR Karl HUBER einen alleinigen Zugang zum Online-Banking der Stiftung freischaltete. NEYKOFFS Identifizierung erfolgte durch ihre Personalnummer "a35s104"

Das bankinterne Log-Protokoll bescheinigt, daß die nunmehrige Leiterin der Sparkasse Kittsee am 6.9.2002 um 13:20 Uhr ihrem damaligen Chef und Intim-Freund KR Karl HUBER einen alleinigen Zugang zum Online-Banking der Stiftung freischaltete. NEYKOFFS Identifizierung erfolgte durch ihre Personalnummer "a35s104"

Auszug aus dem Personalverzeichnis der Sparkasse Hainburg - Bruck - Neusiedl AG. NEYKOFF hat die Personalnummer "a35s104"

Auszug aus dem Personalverzeichnis der Sparkasse Hainburg - Bruck - Neusiedl AG. NEYKOFF hat die Personalnummer "a35s104"


Man teilte nun bei der Stiftung unsere Ansicht, daß begründeter Verdacht besteht, daß die tatsächlich veruntreuten Geldsummen mehr als die 30.000.- Euro ausmachen würden, da HUBER nicht nur die nachgewiesene Einzelverfügungsberechtigung für Geldtransferierungen ab 2002 der Staatsanwaltschaft gegenüber verheimlichte, sondern die internen Innenrevisionsberichte zusätzlich den Charaktereigenschaften HUBERS kein gutes Zeugnis ausstellten. Eine umfassende Prüfung nach den festgestellten Veruntreuungen im Jahr 2007 hätte den Sparkassenprüfungsverband dazu veranlassen müssen, aus eigenem Antrieb die Vorjahre nochmals unter diesem Aspekt unter die Lupe zu nehmen, was jedoch unterbliebStillschweigen zu bewahren um das Ansehen nicht zu ramponieren war offensichtlich oberstes Gebot.

Während der Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender der Niederösterreichischen Sparkasse Hainburg AG, war HUBER kontinuierlich wegen “skrupelloser” Selbstbereicherung (Zitat aus einem vertraulichen Bericht vom 21.2.2000: Herr Huber dürfte ein ausgesprochen “skrupelloser Nehmer” sein)  auffällig geworden. In einem vertraulichen Bankenbericht der Innenrevision wird wie folgt festgehalten:

.) Außerdem benützt er das Dienstauto kostenlos (keine steuerliche Zurechnung bis dato)
.) hat freie Betriebskosten für seine Wohnung (Heizung, Strom und Telefon etc.) – für die Nachversteuerung kommt die Sparkasse auf; bei einer Lohnsteuerprüfung 1999 (lt. Beilage) mußten 216.000.- nachbezahlt werden
.) Huber ist, wie bekannt, in vielen Sparkassengremien tätig, er fährt in diversen Organisationen auf Sparkassenkosten in der Welt umher – 2 Beispiele – vom 7.4. – 9.4.99 nach Manchester – Kosten 22.000.-, vom 31.7. – 7.8.99 in die USA – Kosten 60.000.- (lt. Beilagen)

Im übrigen weist er sich die Reisenkostenrechnungen selbst an.

Faksimile aus dem vertraulichen Bankenbericht zur Konsolidierung ERSTE BANK - Jahresrechnung 1999

Faksimile aus dem vertraulichen Bankenbericht zur Konsolidierung ERSTE BANK - Jahresrechnung 1999

Das Prüfungsorgan der Sparkasse, das sich in diesem Bericht auch auf vorherige Revisionen bei der Bank bezieht und HUBER als “Superabkassierer” bezeichnet, bringt weitere Beispiele dessen Selbstbereicherung:

Bei Durchsicht des Buchungsnachweises des Gehaltskontos (Huber) im Zeitraum vom 25.8.99 bis 11.2.2000 sind einige Tatbestände aufgetaucht, die unbedingt einer Klärung bedürfen:

Zum Gehaltskonto von KR Karl HUBER

(wir entnehmen nur drei Beispiele)

Soll/Haben S 3142.- EVN Rechnung
Gutschrift S 864,- EVN lt. Abrechnung – Strom bezahlt Sparkasse – Gutschrift behält er sich auch?
Hochdruckreiniger plus Reinigungsmittel (Rechnung lt. Beilage) Aktivierung HK 82 S 5.690.-/Aufwand HK 94 S 348.-
Der Hochdruckreiniger wurde in der Sparkasse noch nie verwendet, ist auch dort nicht gelagert – wahrscheinlich im Privatbesitz Huber.

weiterer Auszug aus dem vertraulichen Bericht an den Prüfungsverband

weiterer Auszug aus dem vertraulichen Bericht an den Prüfungsverband

Zum Ende der dreiseitenlangen Auflistung der kritisierten Finanzgebarung des Bankenmultis schreibt der Revisor dann abschließend:

Meiner Meinung nach bedient sich Huber der Sparkasse als Melkkuh, er weist in den letzten Bilanzen hohe Gewinne durch die “Vermögensverwaltung” aus; Risiko geht er ja nicht ein und andererseits bedient er sich voll zur persönlichen Bereicherung direkt (hohe Besoldung) und indirekt durch Abwälzung seiner teilweisen Lebenskosten (Betriebskosten wie oben angeführt) an die Sparkasse.

Auszug aus dem vertraulichen Bankenbericht zu Kommerzialrat Karl HUBER, dem Jahr 2000

Auszug aus dem vertraulichen Bankenbericht zu Kommerzialrat Karl HUBER, dem Jahr 2000

Da HUBER der “Superabkassierer” war, als den ihn der Innenrevisor, bezugnehmend auch auf die Prüfungen der vorangegangenen Jahre bezeichnete, ist es in Anbetracht seines Charakterbildes mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß er seine Gewohnheiten betreffend der Finanzierung seiner Lebenshaltungskosten zu Lasten Dritter nicht nachhaltig geändert hat. Bis zu seiner Pensionierung Anfang Jänner 2003 war HUBER als Direktor der NÖ Sparkasse Hainburg AG tätig. Nach seiner Pensionierung war er daran interessiert sicherzustellen, aus einer Quelle “Sonderbezüge” zu kassieren. Eine Möglichkeit dafür wurde ihm jedenfalls aus unserer Sicht mit der Freischaltung zum Online-Banking der Stiftung durch seine Intimbeziehung Diliana NEYKOFF, spätere Frau HUBER eingerichtet. Das bescheinigt das Prüfungsergebnis für 2007 der Stiftung mit Vermögensdelikten (siehe Bericht).

Die Sonderuntersuchung wird es zu Tage bringen, ob die Stiftung und wir mit unserer Einschätzung falsch lagen oder nicht. Steht aber am Ende dieser Prüfung HUBERS Finanzgebarung fest, daß er eine Schadenssumme von mehr als 30.000.- Euro für den gesamten Zeitraum seiner Tätigkeit in der Stiftung von rund 6 Jahren verursachte, dann werden wir aus dem Gerichtssaal die Berichterstattung vornehmen, weil HUBERS Verfahrenseinstellung durch die Staatsanwaltschaft Korneuburg wegen “Tätiger Reue” dann gegenstandslos wäre. HUBERS einschlägige Aussage im Vernehmungsprotokoll:

Ich habe den Betrag von 30.000.- Euro festgelegt. Ich habe diesen Betrag in dieser Höhe deshalb gewählt, weil ich bereits in den Jahren zuvor das selbe Vergehen begangen habe. Ich habe mit der Höhe dieses Betrages sichergestellt, dass sämtlicher von mir verursachter Schaden wiedergutgemacht wurde.

Warten wir ab, ob sich der “Großbankier“, wie ihn ein Innenrevisor nur wegen seines Einkommens aber nicht wegen seiner Arbeitsleistung titulierte, nicht verrechnet hat …

Auszug aus dem vertraulichen Bankenbericht an die Prüfungsinstanz aus dem Jahr 2000

Auszug aus dem vertraulichen Bankenbericht an die Prüfungsinstanz aus dem Jahr 2000

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