Im Zuge der Aufdeckung der Causa Bankenskandal – Sparkasse – Erste Bank KR Karl HUBER erfolgte ein weiterer Rücktritt. Der ehemalige ÖVP-Stadtrat und Vizebürgermeister der Stadt Hainburg/D., Gerald LEDER, legte, wie auch bereits publiziert Karl HUBER, seine Vorstandstätigkeit in der Sparkassenjubiläumsstiftung 125 Jahre Sparkasse Hainburg zurück.
Zwei Interviewversuche vor LEDERS Rücktritt aus der Stiftung scheiterten. Die Aufsichtsbehörde der Sparkassenjubiläumsstiftung, das Amt der NÖ Landesregierung, vertreten durch HR Dr. STURM, empfahl uns, mit LEDER als zweitem Vorstandsmitglied Kontakt aufzunehmen, da das Land an seine Verschwiegenheitspflicht gebunden sei, und daher zu den Sachfragen keine Auskünfte erteilen dürfe. Wir hofften, von diesem Informationen zu noch zwei derzeit ungeklärten finanziellen Zuwendungen zu erhalten, sowie zu den Vergabemodalitäten von Stiftungsgeldern.

Faksimile aus dem Rücktrittsschreiben des ex-VizeBgm. Gerald LEDER (ÖVP)
Erst Ende Februar 2010 war es uns dann möglich, LEDER fernmündlich zu sprechen. Zu diesem Zeitpunkt war LEDER jedoch schon aus dem Vorstand der Stiftung zurückgetreten. Dieser sprach von “Enttäuschung” und “Erschütterung” zu der Person und den Machenschaften des KommerzialR HUBER und fügte an: “Ich hätte dies nie erwartet”. Er selbst hätte HUBER stets vertraut. Der ehemalige Vizebürgermeister lehnte darüber hinausgehende Aussagen und Angaben ab, fügte nur an, daß er ggf. im Zuge von gerichtlichen Einvernahmen solche tätigen werde.
LEDER war mit HUBER zeitgleich (1985-1990) für die ÖVP im Stadtrat von Hainburg und seit Beginn beider Stiftungen (Sparkassen Hainburg Privatstiftung & 125 Jahre Sparkassenjubiläumsstiftung) mit Karl HUBER gemeinsam in deren Vorständen.
Auf Grund der durch die Fakten unwiderlegbar völlig unzureichenden Ausübung der Vorstandsfunktionen von Gerald LEDER hat die Sparkasse Hainburg Privatstiftung am 13.1.2010 an ihn ein Schreiben gerichtet*, und ihm die freiwillige Niederlegung der Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der Sparkasse Hainburg-Bruck-Neusiedl AG nahe gelegt. Laut Angaben eines früheren Vorstandskollegen hat LEDER dann als Reaktion auf dieses Schreiben wie folgt von sich gegeben: “Ich will nicht zurücktreten, weil dies einem Schuldeingeständnis gleich käme“. Offiziell mit einem Rücktritt aus dem Aufsichtsrat der Sparkasse reagierte er nicht.

Faksimile aus dem Brief der Sparkassen Hainburg Privatstiftung an das Mitglied des Aufsichtsrates der Sparkasse Hainburg-Bruck-Neusiedl AG, G. Leder
Hätte LEDER innerhalb der Stiftungen seine Vorstandsmandate so ausgeübt, wie die Sorgfaltspflicht und der definierte Aufgabenbereich seiner Tätigkeit es erfordert hätte, wäre es KR Karl HUBER niemals möglich gewesen, in derartigem Umfang Gesetzesbrüche vorzunehmen. Ob LEDER sich selbst Schuld eingesteht oder nicht ist unrelevant, da die Resultate der unterlassenen Kontrollfunktion außer Diskussion stehen. Bemerkenswert ist allerdings, daß die Sparkasse Hainburg-Bruck-Neusiedl AG Mitstifterin der 125 Jahre Sparkassenjubiläumsstiftung Hainburg ist, und LEDER bei erstgenannter seit Jahren im Aufsichtsrat ist, und in der Stiftung als Vorstandsmitglied über Jahre hindurch tätig war!
* red. Anm.: Der Sparkassenstiftung ist das Recht eingeräumt ein Mitglied für den Aufsichtsrat für diese AG zu nominieren. LEDER wurde zurückliegend nach Vorschlag der Stiftung in dieses Amt berufen.
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