Bestätigt: Ex-Banker Huber zahlte jahrelang mit Stiftungsgeldern seine Putzfrau

Im Dezember 2009 deckten wir im Zuge der Reportage “Die Niederträchtigkeiten des ehrenwerten Herrn Kommerzialrat im Bankenskandal” auf, daß KR Karl HUBER seine Privatvilla jedenfalls nachweislich im Jahre 2007 durch die Putzfrau der Sparkasse Hainburg reinigen ließ und dabei die Entlohnung in Höhe von 2.520.- Euro (öS 34.676.- od. 5.036.- DM) durch Überweisungen über das Konto einer Tochterunternehmung der Sparkasse Hainburg Privatstiftung vornahm. Eine Sachverhaltsdarstellung wegen Verdachtes der illegalen Beschäftigung an die NÖ Gebietskrankenkasse, sowie an das zuständige Finanzamt folgte. Im Zuge unserer Persönlichkeitsanalyse zu dem kriminellen ex-ÖVP-Politiker und Bankenmultifunktionär des Sparkassenverbandes hatten wir den Verdacht, daß HUBER auch in den Jahren zuvor sich fremder Gelder bediente, um die Entlohnung für die Reinigungsarbeiten seines Anwesen vorzunehmen.

Observationsfoto: KommerzialR. Karl Huber

Observationsfoto: KommerzialR. Karl Huber

Auf Grund unserer Reportagenserie und des damit einhergehenden öffentlichen Drucks hat sich die VV Sparkasse Hainburg Privatstiftung GmbH (vertreten durch die GF Mag. Wolfgang RIEDL und Dr. Miroslava GRUBMÜLLER) dazu entschlossen, eine Sonderuntersuchung zur Finanzgebarung des Karl HUBER für die Geschäftsjahre 2002 bis 2006 in Auftrag zu geben. Diese Sonderuntersuchung wurde von einem renommierten Wirtschaftsprüfungsunternehmen durchgeführt. Dem Unternehmen lagen als Grundlage zu ihren Ermittlungen sämtliche Buchhaltungsunterlagen, die Kontoauszüge samt Belege, der Abschluß-Bericht des Landespolizeikommandos Niederösterreich, dem Landeskriminalamt, sowie eine EDV-Auswertung der Kontobewegungen des Kontos der Vermögensverwaltung Sparkasse Hainburg Privatstiftung Ges.m.b.H. vor.


Unter Punkt 4.2 “Reinigungskosten” wird in dem als “streng vertraulich” gekennzeichneten Dossier ausgewiesen, daß HUBER unter gleicher Deklaration: “Arbeitsleistung Monat xyz”, wie bereits im Zuge einer Sonderprüfung des Sparkassen-Prüfungsverbandes für das Jahr 2007 festgehalten, vom Konto der VV Sparkasse Hainburg Privatstiftung regelmäßig Überweisungen auf das Konto der Putzfrau T. in Gesamthöhe von 8.734.- € (120.182,50 öS od. 17.431,60 DM) getätigt hat. In Summe waren es 46 Überweisungen, die innerhalb des Zeitraumes von 2003 bis 2006 illegal getätigt wurden.

Faksimile aus dem vertraulichen Dossier: HUBER bezahlte die Putzfrau für seine Privatvilla, die er zuvor in das Vermögen seiner eigenen Karl Huber Privatstiftung einbrachte, mit Geldern der Tochtergesellschaft der Sparkasse Hainburg Privatstiftung.

Faksimile aus dem vertraulichen Dossier: HUBER bezahlte die Putzfrau für seine Privatvilla, die er zuvor in das Vermögen seiner eigenen Karl Huber Privatstiftung einbrachte, mit Geldern der Tochtergesellschaft der Sparkasse Hainburg Privatstiftung.

HUBER war trotz einer vertraglich zwingend vorgeschriebenen kollektiven Zeichnungsberechtigung zum Konto der Tochterunternehmung der Sparkassenstiftung eine Einzelzugangsberechtigung zum Netbanking “eingeräumt” worden. Zu dieser steht in dem Dossier vom Jänner 2010 des Wirtschaftsprüfungsunternehmens wie folgt:

Faksimile aus dem streng vertraulichen Bericht des Wirtschaftsprüfungsunternehmens zur Netbanking-Freischaltung

Faksimile aus dem streng vertraulichen Bericht des Wirtschaftsprüfungsunternehmens zur Netbanking-Freischaltung

.) Laut prüferischer Feststellung des Sparkassen-Prüfungsverbandes waren die beiden Geschäftsführer (Karl Huber und Gerald Leder) der VV Sparkasse Hainburg auf diesem Geschäftskonto nur gemeinsam zeichnungsberechtigt. Im September 2002 wurde Karl Huber – entgegen dieser Regelung über (nur) gemeinsame Zeichnungen – eine Einzelzeichnungsberechtigung zum “netbanking” von einer Mitarbeiterin der Sparkasse, Frau Diliana Neykoff, verehelichte Huber, eingeräumt. Frau Diliana Neykoff ist seit 01.10.2007 mit Herrn Karl Huber verheiratet.

Es hat sich somit auch bestätigt, daß es die Freischaltung zum netbanking Herrn HUBER wesentlich erleichterte seinen kriminellen Energien nachzugehen, denn es wird in dem Dossier auch festgehalten, daß HUBERS Arbeit als Direktor der Sparkasse im Jänner 2003 endete und die 1. Überweisung an die Putzfrau vom Konto der VV Sparkasse Hainburg bereits im darauffolgenden Monat Februar erfolgte. Ein nahtloser Übergang also, der es Millionär HUBER ermöglichte seine (“Lebenserhaltungs-”)Kosten weiterhin abzuwälzen.

Faksimile aus dem Dossier: Minimierung der "Lebenserhaltungskosten" eines Millionärs

Faksimile aus dem Dossier: Minimierung der "Lebenserhaltungskosten" eines Millionärs

Alleine der Betrag, den der Herr Kommerzialrat für die Reinigung seiner Privatvilla innerhalb von 5 Jahren vom Vermögen der Stiftung abzweigte, ist nunmehr mit einer Gesamtsumme von 11.254.- € (154.858,40 öS od. 22.491,50 DM) bezifferbar.

Dem ebenso aufgetauchten Spesenrittertum, daß dem vormaligen Bankdirektor (HUBER übte diese Tätigkeit 42 Jahre aus!) die Sparkasse die Reinigung seiner Privatvilla während seiner aktiven Zeit finanzierte, haben wir mit einer gesonderten Veröffentlichung Rechnung getragen.

Faksimile aus dem Protokoll der NÖ Kriminalabteilung (GZ: B5/42531/2009 v. 6.8.2009) mit der Aussage von HUBER. HUBER hat ehrenamtlich eingesackt - das Stiftungskonto, ein reiner Selbstbedienungsladen für den Herrn Kommerzialrat

Faksimile aus dem Protokoll der NÖ Kriminalabteilung (GZ: B5/42531/2009 v. 6.8.2009) mit der Aussage von HUBER. HUBER hat ehrenamtlich eingesackt - das Stiftungskonto, ein reiner Selbstbedienungsladen für den Herrn Kommerzialrat

nächstes Kapitel

112307


Bookmark and Share

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Comments are closed.